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Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, haben die Wissenschaftler etwa 150 Freiwillige zu einem Experiment eingeladen. Dabei befragten sie die Beteiligten nach ihrer Meinung zu kontroversiellen medizinischen Themen wie etwa freiwillige Euthanasie. Darauf nahm eine Hälfte der Gruppe Orangensaft zu sich, während die andere Hälfte ein orangefarbenes Getränk mit 200 Milligramm Koffein konsumierte. Vierzig Minuten später, als das Koffein die höchste Konzentration im Gehirn erreicht hatte, konfrontierten die Wissenschaftler die Teilnehmer mit Argumenten, die in Widerspruch mit ihrer persönlichen Meinung stehen.
Um auszuschließen, dass abweichenden Meinungen nur deswegen zugestimmt werden, weil sich Koffein positiv auf die Laune auswirkt, wie in früheren Studien gezeigt werden konnte, ließen die Wissenschaftler einen Teil der Gruppe auch zusätzliche Aufgaben ausführen. So sollten die Beteiligten alle Buchstaben 'o' in einem vorgelegten Text markieren. In einem anderen Teil des Experimentes mussten sie während des Lesens der Gegenargumente einen Kopfhörer tragen und per Knopfdruck zwischen hohen und tiefen Tönen unterscheiden.
Die Experimente zeigten, dass die Bereitschaft, sich von anderen Argumenten überzeugen zu lassen bei den Koffeinkonsumenten merklich erhöhte, während die anderen Teilnehmer eher an ihrer bestehenden Meinung festhielten. Je mehr die Kaffeetrinker jedoch abgelenkt waren, umso unwahrscheinlicher wurde es, dass sie ihre Meinung änderten. Die Tatsache, dass die Koffeinkonsumenten nur für abweichende Auffassungen aufgeschlossen sind, wenn sie sich auf die zugrunde liegende Argumentation konzentrieren können, zeigt, dass ein verbessertes mentales Funktionieren eher als eine verbesserte Laune die entscheidende Erklärung dafür ist, dass Koffein die Offenheit gegenüber überzeugenden Argumenten positiv beeinflusst.
© pte