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Das ÖAIE hat in den vergangenen zehn Jahren über 850 Ärzte ausgebildet. "Das ist zwar eine beachtliche Zahl, doch wichtig für die Zukunft ist, dass ernährungsmedizinische Schlüsselpersonen in allen wichtigen Bereichen vorhanden sind. Damit sind nicht nur Ärzte sondern beispielsweise auch Köche gemeint, die das Essen zubereiten", so Widhalm. Nur so könne das Bewusstsein in allen Ebenen der Gesellschaft verstärkt werden.
Die präventive Schiene muss laut Widhalm in den nächsten Jahren ebenfalls massiv verstärkt werden. "Das Bewusstsein hat sich zwar in den letzten zehn Jahren deutlich gebessert, wir haben aber noch einen langen Weg vor uns." Widhalm weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass einerseits viele Krankheiten durch eine einschneidende Umstellung der Ernährung besiegt werden können. "Andererseits können viele Krankheiten wie etwa Diabetes, Übergewicht oder Krebserkrankungen bereits präventiv durch die richtige Ernährung verhindert werden", so Widhalm. Bereits einige wenige einfach durchzuführende Maßnahmen, wie die Erhöhung des Obstkonsums sowie eine geringfügige Reduktion der Fett- bzw. Salzaufnahme können beispielsweise den erhöhten Blutdruck, die weltweit häufigste Todesursache, deutlich senken.
Widhalm sieht daher als vorrangiges Ziel der nächsten Jahre, die Diskussion rund um die Ernährung zu versachlichen. "Wir stellen die seriöse, evidenzbasierte Information in den Vordergrund. Die Menschen sind verunsichert, denn sie können heutzutage nicht unterscheiden, wer kompetent ist und wer nicht", so Widhalm. Der Wissenschaftler fordert daher die Sensibilisierung des Themas auf allen Ebenen der Gesellschaft: "Hier sind alle gefordert. Die Industrie, Medien aber auch die Politik." Die EU hat bereits alle Länder aufgefordert, erste Maßnahmen zu setzten. "Hier muss jedes Land eigene Strategien entwickeln, denn die Anforderungen sind in jeder Region unterschiedlich", so Widhalm weiter, der gerade von der Politik mehr Engagement einfordert.
© pte