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In der chinesischen Tradition werden Grundstück und Garten als belebte Elemente angesehen. Auf dem Grundstück leben unsichtbare Wesen, die das Grundstück und die Grünfläche beschützen. Die Chinesen unterscheiden Naturgeister und Elementale, das sind Wesen wie Nixen, Elfen, Feen und Feuergeister. Naturgeister bewohnen bestimmte Areale in der Natur und beschützen auch die Tiere, die sich in diesen Gebieten aufhalten. Dem Feng Shui zu Folge sollte man deshalb vor dem Hausbau die Naturgeister und die Elementargeister, um ihre Zustimmung bitten. Kontakt kann laut chinesischer Überlieferung mit einem Pendel oder einem Tensor aufgenommen werden und auch ein kleines „Opfer“ in Form von Früchten, die man vor Baubeginn in die Mitte der geplanten Baustelle auf ein paar Blätter ablegen sollte, stimmt die Geister gnädig. Nach einem Tag kann das Opfer wieder beseitigt werden und laut Feng Shui besteht dann sogar die Möglichkeit, dass die Natur- und Elementargeister zu Schutzgeistern von Haus und Garten werden. Mehr darüber schreiben Wilhelm Gerstung und Jens Mehlhase in ihrem Buch „Das große Feng Shui Garten- und Pflanzenbuch“. Entscheidend beim Anlegen eines Gartens bzw. auch beim Bau eines Hauses ist die Vorgeschichte des Grundstücks. So nehmen Chinesen Abstand von Grundstücken, die früher einmal ein Friedhof, eine Kirche, eine Polizeistation oder ein Krankenhaus waren bzw. auch von einem Grundstück auf dem es schon einmal gebrannt hat. Auf diesen Arealen treiben unruhige Geister nämlich noch ihr Unwesen und schaffen laut Feng Shui eine unruhige, ungünstige Atmosphäre für die Nacheigentümer.
Im Feng Shui gibt es auch noch anderen Umwelteinflüsse, die als besonders ungünstig angesehen werden.
• Gerade Wege und Straßen, die auf das Haus zuführen:
Gerade Wege, die direkt zum Haus führen verursachen bei den Bewohnern Nervosität und Schlafstörungen und begünstigen Fehlentscheidungen. Besser geeignet sind geschwungene Wege zum Hauseingang. Eine ähnlich ungünstige Wirkung haben auch T-Kreuzungen , die auf das Haus „zeigen“, sowie scharfe Straßenkurven, Sackgassen oder Gewässer, die auf das Haus zufließen oder direkt vom Haus wegfließen.
• Dachfirste von umgebenden Häusern:
Dachfirste, die direkt auf die Eingangstür oder Fenster zeigen, können bei den Hausbewohnern Angstgefühle auslösen oder auch zu Gefühlskälte führen. Außerdem beeinflussen sie nach der Tradition des Feng Shui auch die menschliche Aura negativ.
• Windtunneleffekt:
Ein Windtunnel entsteht, wenn sich zwischen zwei Häusern eine schmale Lücke befindet. Zeigt diese dann auf die Haustür entstehen ähnlich ungünstige Bedingungen wie bei Dachfirsten.
• Geheime Pfeile:
Gebäudeecken, Dachfirste oder andere spitz zulaufende Gebäudeteile mit gerader Wirkung auf ein anderes Gebäude nennt man im Feng Shui „geheime Pfeile“ (An Jian). Diese Pfeile machen das Haus anfällig für ungünstige Einflüsse jeder Art. Auch Spiegelfassaden schießen geheime Pfeile auf andere Gebäude ab.
• Astloser Baumstamm oder Pfahl vor der Eingangstür:
Diese Gegebenheiten hindern den Zustrom von günstiger Energie in das Haus und geben den Weg frei für negative Einflüsse. Man sollte den Eingangsbereich eines Hauses generell frei halten von Baumstämmen, Pfählen oder Masten.
• Brunnen:
Ungünstig erweisen sich nach der Lehre des Feng Shui auch Brunnen, die auf einem Grundstück oder im Haus stehen, ab ein inneren Durchmesser von 50 cm. Fehlsteuerungen des Körpers und Unfälle können vermehrt auftreten.
Neben diesen Merkmalen, die bei der Gestaltung des Grundstücks beachtet werden sollten und auf Grund ihrer ungünstigen Wirkungsweisen vermieden werden sollten, gibt es im Feng Shui auch noch weitere wichtige Hinweise zur Gartengestaltung.
• Beleuchtung:
Ein beleuchteter Hauseingang bzw. ein beleuchteter Zugang zum Grundstück schützt nicht nur effektiv vor Einbrechern und anderen ungebetenen Gästen, sondern hat auch im Feng Shui einen positiven Einfluss. Die Beleuchtung hat eine belebende Wirkung und lässt das Haus bewohnt erscheinen.
• Zäune:
Zäune, die zur Abgrenzung eines Gartens angelegt werden, sollte auf jeden Fall in einem guten Zustand sein. Außerdem sollten bestehende Zäune auch regelmäßig auf ihre intakte Beschaffenheit geprüft werden. Kaputte Zäune sind ein Symbol für Raub und Einbruch.
• Terrasse:
Beim Bau einer Terrasse sollte darauf geachtet werden, dass es dadurch nicht zu einem L-förmigen Hausgrundriss kommt. Eine Aussparung des Hausgrundrisses im Südwesten kann laut Feng Shui zu einer gesundheitlichen Schwächung der Frau führen und allgemein die Stellung der Frau in der Hausgemeinschaft unterdrücken. Analog würde es zu einer Schwächung des Mannes kommen, wenn die Einsparung für die Terrasse im Nordwesten liegen würde.
• Pergola:
Eine Pergola sollte nach der Lehre des Feng Shui nicht pfeilartig auf das Haus zeigen, nicht länger sein als 40 Prozent der längsten Hausseite und die Querbalken der Pergola sollte laut Feng Shui nicht zu spitz sein. Das Feng Shui rät von einer Pergola in kleineren Gärten gänzlich ab.
• Plattenwege:
Im Garten empfiehlt Feng Shui geschwungene Wege. Bei der Auswahl des Materials ist bei gemischten Steinarten darauf zu achten, dass die Farbunterschiede nicht zu groß sind, da sich zu starke Kontraste ungünstig auswirken würden. Unterschiedlich große Steine können hingegen eine durchaus harmonische Gesamterscheinung bewirken.
• Statuen:
Oft sieht man Tierstatuen am Eingang eines Hauses. Wenn diese Wächter aufgestellt werden, sollte man darauf achten, dass Statuen der selben Tierart verwendet werden, die auf beiden Seiten des Zugangs stehen und ihren Blick nach draußen gerichtet haben. Beschädigte Statuen sollten ausgewechselt werden, da sie einen ungünstigen Einfluss auf das Grundstück und seine Bewohner haben können.
Bei der Auswahl der richtigen Pflanzen empfiehlt es sich in Tabellen nachzulesen, ob aus Sicht des Feng Shui bestimmte Arten zu bevorzugen sind. Die Autoren Gerstung und Mehlhase geben in ihrem Buch detailliert Auskunft über die verschiedenen Bäume, Sträucher, Stauden und Zimmerpflanzen.
Weitere Artikel zum Thema Feng Shui:
• Was ist Feng Shui
• Grundlagen von Feng Shui
• Feng Shui in der westlichen Welt
• Feng Shui am Arbeitsplatz
• Feng Shui und Körper
© by bleibfit.at
Autor: Simone Arlits
Quellen:
Wilhelm Gerstung/Jens Mehlhase: Das große Feng Shui Garten- und Pflanzenbuch. Grundstück, Gartengestaltung und Pflanzenwahl. – Aitrang: Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, 1998.