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Um den Anteil des CRHR1-Gens am menschlichen Trinkverhalten festzustellen, verglichen die Forscher die genetische Ausstattung von jungen "Binge Drinkers" mit der von Jugendlichen mit einem bisher niedrigen Alkoholkonsum. "Die zwei genetischen Variationen traten bei Jugendlichen mit einem hohen Alkoholkonsum häufiger auf", erzählt Wissenschaftler Gunter Schumann, der am Institut für Psychiatrie des King's College London und am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim tätig ist, im pressetext-Gespräch. Daraufhin haben die Forscher diese Daten mit dem Genprofil 300 erwachsener Alkoholiker verglichen. "Das genetische Profil von alkoholabhängigen Erwachsenen, die schnell und viel trinken, entspricht dem genetischen Profil von jugendlichen Alkoholikern", so Schumann.
Neben den CRHR1-Varianten gibt es noch viele weitere Gene, die, zusammen mit äußeren Faktoren, das Trinkverhalten beeinflussen. Schumann vergleicht es mit einem Orchester: "Wenn eine Geige falsch spielt, bemerkt man es nicht. Je mehr Instrumente verstimmt sind, desto auffallender wird es jedoch." Alkoholsucht wird außerdem zu 50 bis 60 Prozent vererbt. Das zeigte eine Studie mit adoptierten Kindern, deren leibliche Eltern Alkoholiker waren, die aber in Pflegefamilien ohne Alkoholmissbrauch aufgewachsen waren. Diese Kinder haben ein drei bis vier mal höheres Risiko, ebenfalls alkoholsüchtig zu werden als andere adoptierte Kinder.
Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Ergebnisse dazu beitragen, gefährdeten Personen zu helfen, bevor sie alkoholkrank werden. Kennt man die genetischen Ursachen der Sucht, so birgt das darüber hinaus die Möglichkeit, maßgeschneiderte Therapien für Alkoholiker zu entwickeln. " Menschen, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung Schwierigkeiten mit ihren Trinkgewohnheiten haben, müssen anders behandelt werden als Menschen, bei denen das nicht die Ursache ist", so Schumann im pressetext-Interview.
© pte