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CANDIS: Hilfe für Cannabisabhängige

In der westlichen Welt ist keine illegale Droge weiter verbreitet als Cannabis und der Konsum nimmt weiterhin zu. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in Europa immer mehr Menschen aufgrund ihres Cannabiskonsums bei professionellen Suchteinrichtungen nach Hilfe suchen. Obwohl in den USA und in Australien seit Mitte der 90er Jahre empirisch überprüfte Studien zur Behandlung von Cannabisabhängigkeit durchgeführt werden, existieren in Europa bisher keine Behandlungsprogramme mit nachgewiesener Wirksamkeit. Eine Forschergruppe des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden will nun diese Lücke schließen und entwickelt und überprüft unter dem Namen "CANDIS" ein Behandlungsprogramm für Personen mit problematischem Cannabiskonsum


Das CANDIS-Programm umfasst 10 Sitzungen, die sich aus drei großen Behandlungsbausteinen zusammensetzen. Während der ersten beiden Sitzungen werden die Teilnehmer in ihrer Motivation zur Beendigung ihres Cannabiskonsums gestärkt und unterstützt. Gleichzeitig wird geklärt, wie die Abhängigkeit entstanden ist. In der zweiten Phase folgt eine kognitive Verhaltenstherapie, die die Teilnehmer darauf vorbereitet, völlig konsumfrei zu werden. Es werden den Teilnehmern außerdem Strategien für den Umgang mit Risikosituationen beigebracht, ebenso wie Bewältigungstechniken, die angewendet werden können, wenn das Verlangen zum Cannabiskonsum besonders stark ist. In der letzten Phase werden die Teilnehmer mittels eines Problemlösungstrainings bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten unterstützt. Darüber hinaus werden Strategien für den Umgang mit anderen psychischen Beschwerden vermittelt.
"Das CANDIS-Programm soll Jugendliche ab 16 und jungen Erwachsenen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, dabei unterstützen den Konsum aufzugeben", so Eva Hoch, Leiterin des Projektes, im Gespräch mit pressetext. "Die Effektivität des Programms soll 2006 an etwa 210 Teilnehmer mit problematischen Konsumverhalten getestet werden. 2007 werden die Ergebnisse dann ausgewertet und beurteilt, ob sich das Programm für eine breite Anwendung eignet. Das Behandlungsprogramm wurde in den USA unter dem Namen 'Marihuana Treatment Project' bereits erprobt und hat sich als sehr wirksam erwiesen. Wir gehen eigentlich davon aus, dass das bei uns auch der Fall sein wird". Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, die Therapie ist daher kostenlos.
© pte


 
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