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Rauch und Alkohol führen zu einem erheblich erhöhten Acetaldehyd-Gehalt im Mund und im oberen Verdauungstrakt. Cystein, ein Baustein von Proteinen, kann den schädlichen Einfluss von Acetaldehyd jedoch vermindern. Proteinreiche Nahrung zu verzehren oder Cysteintabletten zu schlucken reicht dazu jedoch nicht. "Cystein aus Nahrung wird normalerweise erst im Dünndarm freigesetzt", erklärt Forscher Mikko Salaspuro. "Dann ist es aber bereits zu spät: Lediglich wenn der Stoff im Speichel oder im Magen ankommt, ist die Wirkung optimal." Indem der Cystein allmählich freikommt, wie das beim Kaugummikauen der Fall ist, wird das Ziel hingegen erreicht.
Obwohl nachgewiesen wurde, dass Cystein den Acetaldehyd-Gehalt im Mund senkt, wird einige Zeit vergehen bevor aufgeklärt werden kann, ob dies auch tatsächlich zu weniger Krebsfällen führt. Aber auch wenn der Kaugummi sich als erfolgreich erweist, heißt das nicht, dass Raucher ihren Lifestyle nicht zu ändern brauchen, warnen Gesundheitsexperten. "Die beste Methode um Krebs zu verhindern, ist nicht zu rauchen", so Kat Arney, Sprecherin des Cancer Research UK in London http://www.cancerresearchuk.org . Acetaldehyd ist nur einer in einer ganzen Reihe von krebserregenden Stoffen im Zigarettenrauch. Der Kaugummi ist nicht dazu imstande all diesen Faktoren anzusprechen und kann ebenso wenig den bereits erlittenen Schaden an den Lungen rückgängig machen. "Bei 25 Prozent aller Krebsfälle mit tödlichem Ausgang geht es um Lungenkrebs. In diesen Fällen haben 90 Prozent der Opfer geraucht. Kaugummi wird hier nichts ändern können", so Arney.
Forscher Salaspuro hofft, dass neben Rauchern und Alkoholikern vor allem auch Menschen, die wegen ihrer Gene ein erhöhtes Krebsrisiko vorweisen, vom Cystein-Kaugummi profitieren. So sind Japaner empfindlicher für die Folgen von Acetaldehyd, da sie das Enzym, das diese Chemikalie vernichtet, entbehren. Auch Menschen, die an Achlorhydria leiden - eine Erkrankung, wobei der Magen nicht ausreichend Säure herstellt - könnten mit dem Kaugummi ihre Empfindlichkeit für Magenkrebs reduzieren.
© pte