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Yersinia pestis, die für die Beulenpest verantwortliche Bakterie, verfügt über mindestens vier Mechanismen zur Überwindung des körpereigenen Immunsystems. Dazu gehört unter anderem ein Schalter, der die normalerweise auf der Zelloberfläche vorkommenden Moleküle deaktiviert, die das Immunsystem stimulieren, wenn ein Krankheitserreger in den Körper gelangt. Das Team um Egil Lien schuf einen Stamm von Yersinia pestis, der diesen Schalter nicht produzieren konnte und ließ die drei anderen Mechanismen intakt. Zu ihrem Erstaunen zeigte sich laut New Scientist, dass die Bakterie so beeinträchtigt war, dass Mäuse auch der Verabreichung von großen Mengen nicht erkrankten.
Wurden die Versuchstiere dahingehend behandelt, dass sie keine Antikörper gegen die veränderte Bakterie bilden konnten, starben sie aber erst neun Tage später. Lien erklärte, dass die angeborene Immunität die Mäuse am Leben erhalte, während die Langzeitimmunität aufgebaut wird. Schließlich seien aber beide Mechanismen für ein Überleben erforderlich. Entscheidend war, dass die Tiere, denen die veränderten Bakterien injiziert wurden, wirkungsvolle Antikörper bildeten, die sie später vollständig gegen eine normale Erkrankung schützten. "Wir untersuchen derzeit, ob dieser Ansatz für einen Impfstoff in Frage kommt." Der Wissenschaftler hofft, dass ähnliche Veränderungen auch zu Impfstoffen gegen Verwandte der Pest wie Chlamydien oder Tularämie führen können. Viele der wichtigsten gegen Antibiotika resistenten Bakterien sind ebenfalls mit der Pest verwandt.
© pte